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Besondere Einrich­tungen am RBK Lungenzentrum Stuttgart

Großes Lungenfunktions­labor

Voraussetzung für eine gezielte und erfolgreiche Therapie ist eine korrekte Diagnose der Erkrankung. Ein großes Lungenfunktions­labor ermöglicht uns alle wichtigen pneumologischen Funktions­untersuchungen, um Funktions­einschränkungen der Lunge und der Atemwege zu erkennen sowie den Schweregrad der Erkrankung einzuschätzen.

Unter Anleitung der Funktions­assis­ten­tinnen wird mit verschiedenen Atem­manövern gemessen, wie viel Luft mit welcher Anstrengung in die Lunge gelangt. Werden Veränderungen erkannt, kann durch Inhalation mit atemwegs­erweiternden Medikamenten die therapeutische Wirkung abgeschätzt werden. Bei vermuteten allergischen Erkrankungen wird durch Inhalation bestimmter Medikamente festgestellt, ob bereits eine verstärkte Erregbarkeit der Atemwege vorliegt. Im Rahmen der präoperativen Diagnostik werden Belastungs­untersuchungen auf dem Fahr­rad­ergometer durchgeführt. Damit kann der Trainings­zustand des Patienten ermittelt und die nach Operationen zu erwartende Leistungs­fähigkeit bestimmt werden.

  • Spirometrie und Ganz­körper­plethysmografie (Luftkammer, „Große Lungenfunktion“)
  • CO-Diffusionsmessung
  • Messung der Atemmuskelkraft (P0,1)
  • bronchiale Hyperreagibilitätstestung („bronchiale Überempfindlichkeit“)
  • Blutgasanalyse in Ruhe und unter Belastungs­bedingungen
  • FeNO-Messung (Messung von exhaliertem Stick­stoff­monoxid zur Diagnose und Verlaufs­kontrolle des Asthma bronchiale)
  • Spiroergometrie
  • Polygrafie (Schlafapnoe-Screening)
  • allergologische Test­verfahren

Bronchoskopielabor

Das Bronchoskopielabor des RBK Lungenzentrums Stuttgart gehört mit etwa 3.000 broncho­skopischen Eingriffen jährlich zu den größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Die Abteilung verfügt über alle modernen Techniken der bron­cho­sko­pischen Diagnostik und Behandlung. Broncho­skopiert wird mit Video­broncho­skopen.

Die Bronchoskopie, die Spiegelung der Atemwege (Luftröhre und Bronchien) mithilfe eines Bronchoskops, hat neben dem Röntgen und der Lungenfunktions­untersuchung eine zentrale Bedeutung für die Diagnostik der Krankheiten der Atemorgane. Mithilfe der Bronchoskopie lassen sich krankhafte Veränderungen in den zentralen Abschnitten der Atemwege direkt sehen. Außerdem kann man mit kleinen Zangen auch Gewebeproben aus Bronchien und Lunge gewinnen oder therapeutische Maßnahmen vornehmen.

Bronchoskopien werden heute unter Einsatz von narkotisierenden Medikamenten oder in Vollnarkose durchgeführt, sowohl ambulant als auch stationär.

  • Eine häufige Behandlung in der Bronchologie ist die Erweiterung von krankhaft verengten Atemwegen. So können mit der Lasertechnik oder der Argon-Plasma-Koagulation (APC) Tumore, welche die Atemwege verlegen, abgetragen werden. Auch die Kältesonde und andere Verfahren kommen dafür in Betracht.
  • Eine andere Möglichkeit bieten sogenannte Stents. Das sind gewebsverträgliche elastische Röhren, die bronchoskopisch in die Atemwege eingesetzt werden und diese so offenhalten. Solche Stents stehen auch in Y-Form zur Verfügung und ermöglichen Patienten mit sehr weit fortgeschrittenen Befunden wieder eine freie Atmung.
  • Die endobronchiale Brachytherapie – eine Klein­raum­bestrahlung von innen über eine broncho­skopisch eingeführte miniaturisierte Strahlen­quelle – wird in Zusammenarbeit mit der Strahlen­klinik durchgeführt. Sie kommt bei besonderen Fällen bösartiger Tumoren zum Einsatz. Nur sehr wenige Kliniken bieten dieses Verfahren an, wobei die Klinik Schillerhöhe international zu den Zentren mit besonders großer Erfahrung in dieser Methode gehört.
  • Weitere Einsatz­bereiche der broncho­skopischen Behandlung sind die Entfernung „verschluckter“ Fremdkörper aus den Bronchien, zum Beispiel Hühner­knochen, Nadeln, Erbsen u.Ä. Bei Bluthusten dient die Broncho­skopie zur Klärung der Ursache, aber auch zur notfallmäßigen Blutstillung.

Emphysemtherapie: Schließlich wird auch die endoskopische Lungen­volumen­reduktion bei fort­geschrittenem Lungen­emphysem durchgeführt. Dabei misst man mittels Broncho­skopie die Luft­zufuhr in den Lungen­lappen (Kollateral­ventilation) und setzt in gleicher Sitzung auch broncho­skopisch 4,0 bis 5,5 mm große Ventile in die Bronchien. Dies reduziert die Über­blähung und begünstigt die gesunden Lungen­abschnitte, was die Leistungs­fähigkeit (Gehstrecke) und die Lungen­funktion verbessert.


Klinische molekulare Diagnostik von Lungen­erkrankungen

Das medizinische Verständnis von Entstehung, Wachstum und Ausbreitung von Krebs hat sich im Gleichschritt mit der Entwicklung der Molekularbiologie stark verbessert. Wir können heute viele Tumore auf molekularer Ebene genau charakterisieren und haben damit im Einzelfall viel exaktere Informationen über den Schweregrad und den voraussichtlichen Verlauf einer Krebs­erkrankung als noch vor wenigen Jahren.

Unsere Abteilung für Molekulare Onkologie ist mit der Aufgabe betraut, die Erkenntnisse der Forschung in die Behandlungs­realität zu übertragen. Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass Ergebnisse aus der Klinik zurück in die Grundlagen­forschung gelangen. So schließt sich ein Informations­kreis zum Wohl unserer Patienten. Für diese Arbeit sorgen wir nicht nur vor Ort an den zwei Standorten des RBK Lungen­zentrums Stuttgart, wir arbeiten auch mit starken Partnern zusammen: Mit dem Universitäts­klinikum Tübingen bilden wir ein von der Deutschen Krebs­hilfe zertifiziertes onkologisches Spitzen­zentrum, das Comprehensive Cancer Center (CCC) Tübingen-Stuttgart. Projekt­basiert arbeiten wir außerdem mit dem Deutschen Krebs­forschungs­zentrum und der Universität Heidelberg eng zusammen. Mit der Nationalen Dekade gegen Krebs stärkt das Bundes­ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zudem die Krebs­forschung und damit auch die Behandlung der an Krebs erkrankten Menschen. Ein zentraler Baustein der Krebs­forschung in Deutschland ist das Nationale Centrum für Tumor­erkrankungen (NCT). Das NCT soll die innovative, patientennahe Krebs­forschung, den schnellen Transfer in die Versorgung der Betroffenen und die Ausbildung des wissen­schaftlichen Nachwuchses voranbringen. Gemeinsam mit den Universitäts­klinika Tübingen und Ulm ist das Robert-Bosch-Krankenhaus einer von sechs NCT-Standorten in Deutschland.

Im Sinne unseres Stifters Robert Bosch haben wir bei allen unseren Tätigkeiten einen übergeordneten Anspruch: Wir wollen nicht nur die Biologie der Krebs­zellen möglichst genau verstehen und jedem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen lassen. Wir möchten auch dafür sorgen, dass jeder Patient sich als Mensch wahrgenommen und verstanden fühlt.


Psychoonkologische Betreuung für Patienten

Das RBK Lungenzentrum Stuttgart arbeitet eng mit der Abteilung für Psychosomatische Medizin des Robert-Bosch-Krankenhauses zusammen. Diese ist unser Ansprechpartner, wenn psychische Faktoren ursächlich oder als Folge einer Erkrankung wesentliche Bedeutung gewinnen.

  • Ergänzung des Behandlungskonzepts durch psychische Aspekte mittels Diagnostik, unterstützender Gespräche und Beratung während des gesamten Behandlungszeitraums einer onkologischen Erkrankung
  • Krisenintervention bei akuten Belastungen und schwerwiegenden Diagnosen
  • Vermittlung von Schmerz­bewältigungs­techniken
  • Durchführung von Entspannungs­übungen
  • Herstellung von Kontakten zu niedergelassenen Psycho­therapeuten, Beratungs­stellen oder Selbst­hilfe­gruppen bei weiter­führenden Frage­stellungen
  • kontinuierliche Mitbetreuung im Rahmen einer palliativ­medizinischen Behandlung
  • Begleitung in der letzten Lebens­phase
  • In Einzelgesprächen, Paar- und Familien­gesprächen bieten wir Unterstützung
    • bei der Integration persönlicher Krankheit­serfahrungen in Ihren Alltag,
    • bei der Erarbeitung von Strategien im Umgang mit Stress und Belastungen,
    • beim (Wieder-)Entdecken von persönlichen Stärken und Ressourcen,
    • im Umgang mit belastenden Gefühlen,
    • bei der (Neu-)Formulierung von Lebenszielen und
    • bei der altersgemäßen Erklärung der Diagnose für Kinder.

Naturheilkunde & Integrative Medizin bei Lungen­beschwerden

Neben den Angeboten der spezialärztlichen und konventionellen Medizin bietet die Abteilung für Naturheilkunde und Integrative Medizin des Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK) ergänzend eine wissenschaftlich belegte Form der naturheilkundlichen und integrativ-medizinischen Behandlungfür onkologische Patienten an. Wissenschaftliche Studien belegen positive Effekte naturheilkundlicher Behandlungen insbesondere im Hinblick auf auftretende Nebenwirkungen der angewendeten Krebstherapien. Die unkontrollierte Einnahme von Heilkräutern oder Vitaminen kann jedoch unerwünschte Folgen haben, die der Krebstherapie sogar entgegenwirken können. Eine qualifizierte, spezialärztliche Beratung und der gezielte Einsatz naturheilkundlicher Verfahren sind daher wichtig für den Therapieerfolg. Das RBK verfolgt den Ansatz der integrativen Onkologie, die konventionelle Medizin, wissenschaftlich geprüfte Naturheilkunde und Mind-Body-Medizin kombiniert.


Palliativstation

Palliativmedizin umfasst die ganzheitliche Versorgung von Patienten mit fortgeschrittener Tumorerkrankung und deren Angehörigen. Dies bezieht sich auf die Kontrolle von schwer beeinträchtigenden Symptomen wie Atemnot, Schmerzen, Übelkeit oder Erbrechen. Neben der Linderung von Symptomen spielt die psychosoziale Therapie der Patienten eine wichtige Rolle auf der Palliativstation. Ziel ist es, die bestmögliche Lebensqualität auch in der Phase einer fortgeschrittenen Erkrankung zu erreichen. Darüber hinaus soll, wann immer möglich, nach erfolgter Symptomkontrolle die weitere Versorgung des Patienten im gewohnten Umfeld zu Hause ermöglicht werden. Dafür benötigen die Angehörigen einerseits psychische Unterstützung und andererseits die Hilfe von ambulanten Diensten, die bei Bedarf eingeschaltet werden können.

Unser Team besteht aus Ärzten, Pflegenden mit einer Spezialausbildung in Palliativmedizin, einer Psychoonkologin, Pfarrern, Krankengymnasten und Sozialarbeitern. Ganz besonderen Wert legen wir auf die enge Kooperation mit dem Hausarzt. Das Team der Palliativstation kooperiert außerdem intensiv mit den ambulanten Brückenpflege-Einrichtungen und SAPV-Teams in Wohnortnähe, welche die Patienten organisatorisch und medizinisch in ihrem häuslichen und sozialen Umfeld mitbetreuen. Auch die enge Verzahnung zu den Hausärzten gewährleistet eine gute Weiterversorgung über den Krankenhausaufenthalt hinaus. Sie alle unterstützen den Betroffenen darin, sofern möglich, zu Hause in ein vorbereitetes Umfeld zurückzukehren.


Schlaflabor

Das RBK Lungenzentrum Stuttgart verfügt an seinem Standort Schillerhöhe über eines der größten Schlaflabore in Süddeutschland. An zwölf Plätzen werden Patienten mit schlaf­bezogenen Atmungs­störungen von einem inter­disziplinären und auf Schlaf­medizin spezialisierten Team – bestehend aus Ärzten, Psychologen und technischem Personal – kompetent und einfühlsam betreut. Unser Schwerpunkt liegt in der Behandlung von nächtlichen Atempausen (Schlafapnoe).

Die Polysomnografie ist dabei das zentrale Kernstück der Diagnostik von nächtlichen Schlaf­störungen. Mittels

  • Überwachung von Hirn­strömen, Augen­bewegungen und Atem­bewegungen im Thorax- und Abdomen­bereich mit gleichzeitiger Video­kontrolle,
  • Lagesensor,
  • EKG und
  • Schnarchmikrofon

ist es uns möglich, den Schlaf des Betroffenen und seine pathologischen Veränderungen objektiv zu erfassen und zu bewerten. Als effektive Therapie­form wird insbesondere die nasale Über­druckbeatmung (nCPAP) durchgeführt. Sie normalisiert die nächtliche Atmung und verbessert die Schlafqualität.

Auch periodische Bein­bewegungen und Restless Legs (RLS) oder seltenere Krankheits­bilder wie die Narkolepsie können hier diagnostiziert und behandelt werden.


Telemedizinisches Zentrum des Robert-Bosch-Krankenhauses

Telemedizin bedeutet, dass – ohne Zeitverzug und über weite Strecken hinweg – ein Arzt oder ein Pfleger einen Patienten betreuen kann. Das kann zum Beispiel eine Therapie, die Diagnostik oder eine Beratung betreffen. Die Distanz überbrückt man dabei durch bestimmte Kommunikations­techniken. Das Tele­medizinische Zentrum des Robert-Bosch-Krankenhauses betreut unter anderem Patientinnen und Patienten mit chronisch obstruktiver Lungen­erkrankung, kurz COPD. Im Mittelpunkt stehen eine Überwachung der Vital­werte und eine stetige telefonische Begleitung durch das Team des Tele­medizinischen Zentrums. An dem Versorgungs­programm können Versicherte ausgewählter Krankenkassen teilnehmen.


Programmvorteile für Patientinnen und Patienten auf einen Blick:

  • Größeres Wissen über die Erkrankung sowie die individuelle Begleitung durch die Tele­medizin erleichtert dem Patienten den Umgang mit der Erkrankung.
  • Die kontinuierliche Beobachtung der Gesundheits­werte gibt dem Patienten mehr Sicherheit im Alltag.
  • Durch den sicheren Umgang mit der Erkrankung erhöht sich die Lebensqualität.
  • Verschlechterungen können schneller erkannt und Krankenhaus­aufenthalte durch früh­zeitiges Reagieren zum Teil reduziert oder vermieden werden.